Die erektile Dysfunktion – oftmals auch als ED abgekürzt – ist die medizinische Bezeichnung für Impotenz beziehungsweise Erektionsstörungen. Fast jeder Mann dürfte schon einmal Schwierigkeiten mit seiner Potenz gehabt haben. Es reicht schon aus, wenn man auf einer Feier mal ein Gläschen zu viel Alkohol getrunken hat oder nach einem körperlich anstrengenden Tag völlig erschöpft nach Hause kommt und schon kann es passieren, dass der kleine Mann seinen Dienst verweigert. Das ist jedoch völlig normal und kein Anlass, sich sorgen zu machen. Von einer erektilen Dysfunktion spricht man nämlich erst, wenn die Potenzstörungen über einen längeren Zeitraum vermehrt auftreten.

Die deutsche Gesellschaft für Urologie spricht erst dann von einer chronischen Krankheit, wenn mindestens sechs Monate lang der Versuch des Geschlechtsverkehrs in mindestens 70 % der Fälle scheitert. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie eine erektile Dysfunktion auf die lange Bank schieben sollten. Wenn Sie das Gefühl haben, dass mit ihrer Erektion etwas nicht stimmt, obwohl keine offensichtlichen Ursachen vorhanden sind, sollten Sie nicht zögern und sich ärztlichen Rat einholen.

Erektile Dysfunktion

Um die erektile Dysfunktion besser zu verstehen, ist es sinnvoll das Zustandekommen einer Erektion zu kennen. Bei einem sexuellen Reiz wird im Körper eine Kettenreaktion ausgelöst, die aus einer Kombination von nervlichen Signalen und mechanischen Prozessen besteht. Wird eine sexuelle Stimulation durch zum Beispiel Sehen, Fühlen oder Riechen ausgelöst, schickt das Gehirn Botenstoffe über das zentrale Nervensystem, die eine Erektion auslösen sollen. Diese setzen im Schwellkörper des Penis Stickoxid frei, das wiederum einen Botenstoff mit der Bezeichnung cGMP freisetzt. Dieses cGMP lässt die Arterien erweitern und vermehrt Blut in den Schwellkörper fließen – die Folge ist eine Erektion. Damit der Penis wieder erschlaffen kann, wird ein Enzym freigesetzt – die Phosphodiesterase, kurz PDE-5. Das Enzym baut den Botenstoff cGMP wieder ab, die Arterienmuskeln straffen sich wieder und die Erektion verschwindet. Im Prinzip wird die Erektion also über eine Art Ventilsystem gesteuert. Hinter dieser sehr vereinfachten Darstellung verbergen sich aber hochkomplexe Prozesse, an denen noch weitere Stoffe, wie Hormone beteiligt sind. Tritt bei irgendeinem Schritt dieser Kette ein dauerhafter Fehler auf, liegt eine erektile Dysfunktion vor.

An der Funktionsweise der Erektion selbst, lässt sich gut erkennen, wie viele verschiedene Ursachen es für Potenzstörungen geben kann. Eine Verletzung des Schwellkörpers ist demnach genauso möglich, wie Beschädigungen der Blutgefäße oder eine Störung des Zentralnervensystems und auch der Mangel an Hormonen oder Botenstoffen. Wichtig bei der Behandlung einer erektilen Dysfunktion ist in jedem Falle ganz genau über die Ursachen Bescheid zu wissen. Denn auch bei körperlichen Schäden wird die Psyche in Mitleidenschaft gezogen, sodass sich die Symptome noch zusätzlich verschlimmern und in einen echten Teufelskreis münden können. Je früher Sie eine erektile Dysfunktion also ernst nehmen, desto besser ist es für die Behandlung.



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